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Die Geschichte vom Hl. Martin
Lied : Sankt Martin (Strophen 1 - 4)
Überleitung: Das, was wir soeben gesungen haben, ist die bekannteste Geschichte, die uns vom Hl. Martin überliefert ist: die Geschichte wie er seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Aber Martin hatte ein langes und sehr bewegtes Leben geführt, er hat viele Orte und Länder kennen gelernt und ist zahllosen Menschen begegnet, die ihn als guten und heiligen Menschen erlebten. Hören wir einmal hinein in sein Leben.
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Sprecher/in: Vor langer Zeit, fast 1700 Jahre ist es her, wurde im Jahre 316 nach Christus in Ungarn ein Junge namens Martin geboren. Sein Vater ist römischer Soldat, Offizier in der Armee des Kaisers von Rom. Später wächst Martin in Pavia auf, einer Stadt in Italien. Mit etwa 12 Jahren lernt Martin Christen kennen. Er möchte sich eines Tages taufen lassen. Seine Eltern glauben nicht an Jesus Christus, sondern an Jupiter, Mars und die anderen römischen Götter. Mit 15 Jahren ist Martin volljährig - ein erwachsener römischer Bürger. Sei Vater will, dass Martin Soldat wird, und zwar ein Reiter der kaiserlichen Garde. Doch Martin widerspricht seinem Vater.
Vater : „So ein Unsinn, Christ werden, sich taufen lassen! Du wirst ein Diener von Mars, dem Kriegsgott. Nach ihm hast du auch deinen Namen bekommen: Martinus! Außerdem sind die Zeiten unruhig und der Kaiser braucht Soldaten."
Martin: „ Ich will aber kein Soldat werden. Die Christen sagen: Du sollst nicht töten - und: Du sollst deine Feinde lieben, Sie achten und lieben einander und vergeben sogar ihren Feinden."
Vater: „Pah, Liebe, den Feinden vergeben! Du bist mein Sohn , du wirst Soldat des Kaisers!“ (zieht ihn als Soldat an)
Sprecher/in: Und so wurde Martin Soldat - Reiter in der Garde des römischen Kaisers. Aus dieser Zeit wird von Martin berichtet, dass er ein guter Kamerad war und immer bereit, anderen zu helfen.
Lied : Ein armer Mann ... 1. und 2. Strophe mit Gitarrenbegleitung
Sprecher/in: Martin ist 18 Jahre alt, als er von der römischen Armee nach Amiens geschickt wird, einer Stadt, die im heutigen Nordfrankreich liegt. Das Heer der Römer liegt weit draußen vor der Stadt im Winterlager. Eines Abends erhält der Offizier Martin den Befehl, eine wichtige Botschaft mit seinen Soldaten in die benachbarte Stadt zu überbringen.
(akust. Signal)
Auf dem Weg sieht Martin einen Bettler am Stadttor sitzen, der nur ganz spärlich bekleidet ist. Martin sieht ihm an, dass er friert. Denn es ist sehr kalt in jenem Winter. Martin hat Mitleid mit dem Bettler. Doch seine Soldaten spotten über den Mann.
Soldat 1: "He, schaut euch diese Jammergestalt an! Soll arbeiten, das Lumpenpack, dann braucht keiner zu betteln. Der hier hat noch nicht mal was zum Anziehen! Selber schuld!"
Martin: „So kalt wie es heute ist, erfriert der arme Kerl in dieser Nacht, wenn ihm keiner hilft."
Soldat 2: „Na und, einer weniger - wen stört das schon!"
Martin: "He, du! Du erfrierst ja bei diesem kalten Wind."
Sprecher/in: Martin zieht sein Schwert aus der Scheide und mit einem gewaltigen Streich zerteilt er seinen weiten roten Offiziersmantel in 2 Teile und gibt dem Bettler die eine Hälfte.
Martin: „Komm her, du armer Kerl. Da, nimm die Hälfte von meinem Mantel. Damit kannst du dich ein wenig warm halten."
Soldat l : “He, Martin, was machst du denn da? Bist du verrückt geworden? Mit deinem halben Mantel siehst du total bescheuert aus. Und frieren wirst du auch. Wenn das mal keinen Ärger gibt...!“
Sprecher/in: Und es gibt Ärger...! Die Kameraden lachen Martin wochenlang aus. Und weil er den Mantel - der Eigentum der Armee war - kaputt gemacht hat, gibt es auch noch Ärger mit seinem Vorgesetzten.
(spottende Kameraden ziehen vorbei)
Lied: Ein armer Mann ... 3. und 4. Str.
Sprecher/in: Die Geschichte erzählt weiter, dass Martin in der Nacht nach der Mantelteilung einen Traum hatte. In diesem Traum sah er Jesus, der um die Schultern den halben Mantel trug, den Martin dem Bettler geschenkt hatte. Und er hörte, wie Jesus sagte, dass Martin, obwohl er noch nicht getauft sei, ihn bekleidet habe. Das erinnerte ihn daran, was Jesus im Evangelium gesagt hatte: Was ihr euren armen Mitmenschen Gutes getan habt, das habt ihr mir getan. Daraufhin ließ sich Martin taufen und wurde Christ.
(Martin wird als Bischof angezogen)
Später wurde Martin sogar Bischof von Tours, weil das Volk ihn über alles liebte und ihn zum Bischof wählte. Auch als Bischof bleibt Martin gut und hilfsbereit. Er hilft den Menschen in jeder Not und Gefahr. Er predigt und verkündet ihnen die Frohe Botschaft von Jesus Christus. Bis heute ist er, der gütige Mann, bei den Menschen nicht vergessen.
Lied: Ein armer Mann ... 5. und 6. Strophe
(Mit freundlicher Genehmigung von Felicitas Riffel)
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